High Need Baby


Viele Eltern merken schnell, dass ihr Baby einfach anders ist als andere Babys. Es weint mehr, es fordert mehr und es will immer nur getragen werden. Man kann ihm einfach nichts recht machen!

Diese Eltern sind deshalb grundsätzlich einfach erschöpfter als andere Eltern.

Nicht jedes Baby, das in den ersten Wochen viel weint, ist gleich ein Schreibaby oder ein High Need Baby. Deshalb müsst und solltet ihr immer sehr vorsichtig und vor allem niemals vorschnell mit solchen Begriffen umgehen. Alle Säuglinge sind in der Anfangszeit fordernd, da sie auf uns Eltern extrem angewiesen sind. Es besteht allerdings in einigen Fällen trotzdem die Möglichkeit,  dass tatsächlich körperliche Ursachen der Grund für das extrem anhaltende Schreien ist. Deshalb solltet ihr lieber einmal mehr euer Baby von einem Kinderarzt untersuchen lassen und damit die genauen Fakten klären.

Dennoch:

finden wir von fragmamis.de ist es genauso fatal, den Eltern, die wirklich alles versuchen, die nächtelang mit ihrem Baby in der Wohnung umherlaufen, keinen Glauben zu schenken. Die unvergleichlichen Erfahrungen und Empfindungen der Eltern, die manchmal einfach nicht mehr können, dabei einfach unter den Teppich zu kehren. Einige Kinder sind wirklich anders als andere. Diese Kinder sind einzigartig und werden mit einem unfassbaren Temperament geboren. Soll aber nicht heißen, dass diesen Babys körperlich oder geistig etwas fehlt.  Sie sind halt einfach nicht so „pflegeleicht“! Sie fordern mehr als andere: Mehr Aufmerksamkeit, mehr Nähe und mehr Geborgenheit.  Eben einfach mehr von allem – bis auf Schlaf. Diesen scheinen diese Babys eher selten zu benötigen. Deshalb werden sie auch als High Need– oder 24 Stunden-Babys bezeichnet.

12 Kriterien eines High Need Babys

High Need Babys sind temperamentvolle und gesunde Kinder. Dieser Begriff ist auch kein medizinisch anerkannter Begriff. Er beinhaltet also keine Diagnose sondern es handelt sich hierbei um ein Persönlichkeitsmerkmal der Babys. Der Begriff High Need-Baby stammt von Dr. William Sears. Er ist Professor für Kinderheilkunde in Kalifornien und Vater von acht Kindern. Sears berichtet ausführlich, dass er vor seinem vierten Kind Hayden, welches ein High Need Baby war, drei wundervolle „einfache“ Kinder hatte. Durch seine Erfahrungen mit Hayden und den Erfahrungen vieler Eltern in seiner Praxis, entwickelte er dann 12 Kriterien (original Text in Englisch), an denen Du erkennen kannst, ob Du auch ein High Need-Baby hast.

1. Die Betreuung des Babys ist intensiv

Es soll Hebammen geben, die sofort nach der Geburt feststellen, dass das Neugeborene ihre Eltern ordentlich fordern wird. Die Art und Weise, wie der Säugling weint, die Lautstärke seiner Stimme und vor allem die Intensität mit der es bereits zu diesem frühen Zeitpunkt eine umfassende Versorgung für sich einfordert ist unvergleichlich. Enorm ist, dass  er dies nicht von irgendwem einfordert, sondern ausschließlich nur von der Mutter zu beruhigen ist. Diese Kinder sind in ihrem ganzen Wesen und ihren Emotionen ‚intensiv‘ und einzigartig. Die berührede Seite hierbei ist, dass wenn sie spielen, lachen und ihre Umgebung erkunden, auch dies alles kolossal intensiv mit viel Energie einhergeht.

2. Das Baby wirkt fast hyperaktiv

Hier betont Sears, dass es nicht um eine Bewertung geht, sondern um eine Beschreibung. Diese Babys haben nichts mit ADHS zu tun. Sie sind jedoch schon als Babys äußerst aktiv (geistig wie körperlich) und deshalb unruhig. Oft haben sie einen hohen Muskeltonus, ihre Körperhaltung ist angespannt.

3. Das Baby ist anstrengend

Dein Baby fordert alles von Dir. Es kostet dich viel Energie und nimmt und nimmt ohne Rücksicht auf deine Bedürfnisse. High Need-Baby-Eltern müssen im Alltag funktionieren und hoffen, dass diese Phase schnell vorbei geht. Deshalb gibst du all deine Energie, um das Babys zufrieden zu stellen. Ununterbrochenes Tragen, Schaukeln und Stillen mit wenig Schlaf sind die Folge. Sears empfiehlt diesen Eltern, nachsichtig mit sich selbst zu sein. Völlig klar, dass im Haushalt auch mal etwas liegen bleibt, wenn man sich 24 Stunden lang nur mit dem Baby im Arm bewegen kann. In dieser Zeit fährt das Familienleben auf niedrigstem Level und nur das Allernötigste im Haushalt wird geschafft. Nach seiner Erfahrung ist es ganz oft so, dass wenn Du gerade denkst: „Jetzt kann ich wirklich nicht mehr“, dann wieder ein besserer Tag kommt. Also: Halte durch!

4. Das Baby will ständig gefüttert werden

High Need Babys haben ein großes Saugbedürfnis. Sie lieben die Nähe an Mamas Brust, an der sie nicht nur ihren Hunger stillen sondern sich auch extrem geborgen und umsorgt fühlen. Nach Sears lassen sich diese Kinder beim Trinken erstaunlich viel Zeit, um die Nähe der Mutter möglichst lange genießen zu können.

5. Das Baby ist sehr fordernd

High Need-Babys wollen nicht nur gern getragen und gestillt werden, nein, sie fordern es regelrecht ein – und das lauthals. Warten ist überhaupt nicht ihre Stärke. Wenn sie etwas benötigen, dann sofort und es gibt dann keine Alternativen. Mit einem Schnuller brauchst du da gar nicht kommen. Diesen wird das Baby nicht akzeptieren. Sein Weinen hört sich so eindringlich an, dass du kaum anders kannst, als schnell hinzuspringen. Die Not für das Baby ist gefühlt so groß, dass es dir das mit diesem schwer aushaltbaren Weinen deutlich zeigt. Dem Nachzukommen kostet dann viel Kraft. Vielleicht hilft dir diese Sichtweise: Dein Baby kennt seine Bedürfnisse erstaunlich gut und sorgt durch Schreien dafür, dass möglichst schnell Abhilfe geschaffen wird. Es zeigt dir deutlich, was es braucht und vertraut auf dein unterstützendes Verhalten.

6. Das Baby wacht ständig auf

Schlafen und Durchschlafen – geht bei diese Babys erstmal gar nicht. Sie schlafen schlecht ein, wachen häufig auf und benötigen alles in allem sehr wenig Schlaf. Verantwortlich dafür sind ihre feine Antennen und das sie alles um sich herum überdurchschnittlich intensiv wahrnehmen. Am besten schlafen sie ein, wenn eine Betreuungsperson bei ihm liegt.

7. Das Baby wirkt oft unzufrieden

Egal, was ihr macht, euer Baby ist unzufrieden. Die zermürbende Herausforderung für die Eltern lautet jeden Tag aufs Neue: Herauszufinden, was das Baby möchte und wie sich seine Bedürfnisse befriedigen lassen.

8. Das Baby ist unberechenbar

Bei High Need Babys ändern sich die Vorlieben extrem schnell: Was gestern noch ein großer Spaß für das Baby war, führt heute zu Tränen und viel Geschrei. Eltern können sich hier schwer auf die ständig wechselnden Stimmungen ihres Kindes einstellen.

9. Das Baby ist übersensibel

Diese Babys mögen es am liebsten vertraut und sicher. Schneller Situationswechsel lösen anders als bei den meisten anderen Babys sofort Ängste aus. Durch ihre enorme Empfindsamkeit nehmen sie einfach alles um sich herum wahr. Kleinste Geräusche wecken sie bei Schlaf sofort auf.

10. Das Baby lässt sich nicht ablegen

Die meisten High Need-Babys wollen ständig getragen werden. Hautkontakt an Mamas Brust beruhigt sie sofort. Allerdings gibt es auch Ausnahmen.  Manche HighNeed-Babys brauchen Raum und mögen das ständige Gekuschel gar nicht gern. Hier heißt es ausprobieren!

11. Das Baby kann sich einfach nicht beruhigen

High Need Babys fällt das schwer; sie brauchen die Hilfe der Eltern, um sich zu beruhigen und in den Schlaf zu finden. Eine Spieluhr oder der Schnuller reicht wie bei anderen Babys meist nicht aus.

(Das fällt allerdings vielen Babys anfänglich schwer, sich selbst zu beruhigen und alleine in den Schlaf zu finden).

12. Dem Baby fallen Trennungen schwer

Neue Leute und wechselnde Situationen sind nicht so ganz das Ding von High Need-Babys. Aus ihrer Sicht ist die Mutter ein Teil von ihnen und keine eigenständige Person. Eine Trennung von Mama klappt daher zumeist erst ab einem bestimmten Alter.

Fazit:

Euch wird enorm viel abverlangt. Und das Tag und Nacht. Haltet durch! Gerade Eltern, deren erstes Kind ein High Need-Babys ist, fällt es erstaunlich schwer, sich nicht selbst die Schuld dafür zu geben. Da der Vergleich fehlt. Umso wichtiger ist es deshalb, darüber zu sprechen und sich mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen.

Du findest uns deshalb auch auf Facebook! Dort haben wir von „fragmamis.de“ eine geschlossene Gruppe. Hier können sich betroffene Eltern untereinander austauschen und sich Gehör verschaffen. Zudem können Mamis und Papis dort Tipps und Ratschläge geben, die ihnen und ihren Babys geholfen haben. Hier geht es zu facebook: Schreibabys – besondere Umstände, erfordern außergewöhnliche Maßnahmen Gruppe beitreten

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