Koliken beim Baby – Ursachen und nützliche Tipps


Was sind Koliken beim Baby?

„Koliken“ bedeutet laut medizinischer Definition „krampfartige Leibschmerzen“. Somit sind die Dreimonatskoliken krampfartige Leibschmerzen die bei unseren Babys in den ersten drei Lebensmonaten auftreten. Koliken sind die Folge von ganz fiese Bauchschmerzen, die bei unseren Babys richtige Bauchkrämpfe auslösen. Neugeborene, können die angesammelte Luft sei es durch die Nahrung, da sie eventuell keine Kuhmilch oder Soja vertragen (Achtung diese Unverträglichkeit überträgt sich auch durchs Stillen) oder sie durch massives Schreien Luft schlucken und diese nicht loswerden können. Das passiert, weil ihr kleiner Magen-Darm-Trakt noch nicht richtig ausgereift ist.

Wie äußern sich Koliken bei meinem Baby?

Foto: Pixabay

Babys mit Koliken haben des öftern über den ganzen Tag und auch der Nacht, verteilt exzessive Schreianfälle. Als Elternteil hält man das untröstliche Weinen seines Baby kaum bzw. nur sehr schwer aus. Ihr werdet auch bemerkt haben das euer Baby beim Weinen seine Beine anzieht oder seinen Rücken durchstreckt, es krümmt sich regelrecht aufgrund der Bauchschmerzen.

Warum leidet mein Baby unter Koliken?

Diese Frage ist leider auch heutzutage noch nicht ausreichend erforscht. Was aber naheliegend ist, ist die Tatsache, dass das stundenlange Schreien oftmals durch Blähungen und Bauchschmerzen ausgelöst wird. Es ist eindeutig Luft im Bäuchlein. Nun ist die Frage aber, wie kommt sie dort hin? Der Magen-Darm Trakt eures Säuglings ist nach der Geburt noch nicht vollständig ausgereift, oftmals müssen sich erst bestimmte Verdauungsenzyme bilden. Die dafür sorgen eure Muttermilch oder die Milchnahrung aus der Flasche problemlos zu verdauen. Blähungen sind häufig Folge und ein Teil dieser ganz normalen Entwicklung und Reifung.

Wie kann ich meinem Kind bei Koliken helfen?

Sab Simplex, Lefax, Espumisan und viele weitere Präparate!

Zuerst sei gesagt, dass die hier aufgelisteten Präparate, die ihr rezeptfrei in der Apotheke kaufen könnt, immer vor der Verabreichung mit eurem Kinderarzt oder eurer Hebamme besprochen werden sollten.

Zahlreiche Präparate,  z.B. Antiflat (Österreich) oder Flatulex (Schweiz) haben ein und den selben Hauptwirkstoff namens Simeticon.

Der Wirkstoff Simeticon bewirkt, dass sich die Oberflächenspannung im Darm, die durch Gasblasen verursacht wird, vermindert und lässt sie platzen. Damit wird das, was euren Säuglingen bei Blähungen so viel Kummer bereitet, im wahrsten Sinne des Wortes in Luft aufgelöst.

Da Simeticon nur im Darminneren aktiv wird und praktisch unverändert über den Stuhlgang ausgeschieden wird, gibt es keinerlei bekannte Nebenwirkungen. Es wirkt rein physikalisch im im Darm. Es geht also nichts ins Blut über.

Ich habe mich durch tausende von Erfahrungsberichten gelesen und bin zu dem Resultat gekommen, dass diese,  Präparate bei einigen Säuglingen, egal ob gestillt oder per Milchnahrung gefüttert, wirklich gut helfen und den Babys damit eine große Erleichterung verschaffen.

BIGAIA und Freisen- Tropfen

Die Freisen-Tropfen bestehen aus wenigen Inhaltsstoffen und sind dadurch bestens für Babys verträglich. Sie aktivieren einen trägen und beruhigen einen verkrampften Magen. Sie beschleunigen den Abtransport der Luft im Darm und unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora.

BIGAIA Tropfen werden sehr oft von Hebammen empfohlen, wenn das Baby unter Blähungen und Bauchkrämpfe leidet. Diese Tropfen bestehen aus nützlichen Bakterien, die helfen, die Darmflora aufzubauen. Daher kann die Wirkung des Präparates etwas dauern, gelegentlich bis zu 14 Tagen. Dieses Präparat hilft, wenn die Ursache der Blähungen darin liegt, dass die Darmflora eures Säuglinges noch nicht richtig ausgereift ist. Bei Doc Morris könnt ihr alle rezeptfreien Medikamente mühelos von zu Hause aus, online bestellen.

Kümmelzäpfchen

Kümmel ist eine Heilpflanze auch Carum Carvi genannt. Sie enthält ätherische Öle, die von Natur aus Blähungen und Krämpfe im Magen-Darm-Bereich mildern. Außerdem hat Kümmel eine antibakterielle Wirkung und unterstützt die Verdauung, indem es den nervösen Magen beruhigt. Viele Mütter schwören auf diese Zäpfchen. Wenn wirklich gar nichts mehr geht und das Kind sich zunehmend wegen der Blähungen und den Bauchschmerzen quält.

Lass dich in der Apotheke beraten, denn diese Zäpfchen gibt es dort rezeptfrei. Lese genau die Gebrauchsanweisung durch. Generell kannst du deinem Baby maximal drei Mal am Tag ein halbes Zäpfchen (der Länge nach spalten) geben. Säuglingen unter zwölf Wochen nur einmal am Tag.

Nahrungsaufnahme

Foto: Pixabay

Zuerst sollte man aber versuchen, andere Wege zu gehen. Meine Kinderärztin riet uns dazu, dass unsere Tochter nie die ganze Flasche austrinken solle, damit sie nicht versehentlich Luft mit schluckte. Der Sauger sollte deshalb immer komplett mit Milch gefüllt sein. Sollte das mit dem Anlegen an die Brust nicht klappen, kannst du auch, mit Absprache deiner Hebamme, deine Milch abpumpen und dem Baby per Flasche geben. Ist manchmal ganz praktisch. Hier ist es auch wichtig, welchen Sauger du benutzt. Ich entschied mich für einen, der der weiblichen Brustwarze ziemlich nachempfunden wurde. So hatte ich nicht das Problem der Saugverwirrung und konnte zwischen dem Stillen und dem Füttern per Flasche hin und her wechseln.

Zubereitung der Michnahrung in der Flasche

Auch bei der Zubereitung der Flasche sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Luftblasen entstehen. Um sicherzugehen, dass keine Luft mehr in der Milch ist, lasst die Flasche noch für einen Moment im Flaschenwärmer stehen. Ein Tipp: Nie das Pulver in der Flasche aufschütteln. Lieber in einem Topf anrühren.

Gerade bei Babys, die unter einem Blähbauch leiden, ist das Bäuerchen sehr wichtig. Nicht nur nach dem Füttern auch Zwischendurch immer mal wieder zum Bäuerchen animieren.

Spezial Milchnahrung: Es gibt inzwischen gerade für Kinder mit Dreimonatskoliken besondere Milchnahrung. Euer Kinderarzt wird das bestimmt kennen und kann euch dazu wertvolle Tipps geben. Grundsätzlich gilt: Wechelt bitte nicht zu häufig die Grundnahrung.

Kalkhaltiges Wasser

Viele Mütter berichteten mir aus eigener Erfahrungen, dass sehr kalkhaltiges Wasser zu Blähungen und Bauchschmerzen bei ihren Kindern führte. Einige von ihnen ließen das abgekochte Wasser durch einen Kaffeefilter laufen. Sollte das nichts bringen, kann man auch stilles Wasser aus dem Supermarkt nehmen. Es muss aber zur Zubereitung für Babynahrung geeignet sein. Eine richtig gute Alternative ist der Brita Filter. Das investierte Geld rentiert sich sehr schnell.

Blähungen beim Baby sanft lindern?

In einigen Fällen reicht es schon, wenn ihr mit diesen Methoden den Blähungen und dadurch entstehenden Bauchkrämpfen entgegenwirkt. Dazu sei gesagt, dass es ungefähr ein halbes Dutzend Möglichkeiten gibt, den Blähungen bei eurem Baby den Garaus zu machen. Probiert euch einfach aus und guckt was am besten hilft und Linderung verschafft.

Entkrampfende Gymnastik

Ein stetiger Begleiter, mehrmals am Tag machten wir Übungen mit unsere Tochter. Dazu legten wir sie auf den Wickeltisch, dann kam unser Sportprogramm. 5 Minuten Fahrradfahren und danach schoben wir vorsichtig die angewinkelten Beinchen unsere Tochter Richtung Oberkörper. Auch der Fliegergriff ist ein sehr bewährtes Mittel  (Bäuchlein auf dem Unterarm).

Anis- Kümmel und Fencheltee

Haben eine verdauungsfördernde krampflösende und entblähende Wirkung. Dies ist auch sehr gut für Mütter, die stillen geeignet. 2-3 Tassen Tee über den Tag verteilt trinken. Bitte nicht mehr, denn das kann die Wirkung des Tees zum Gegenteil umkehren und zu noch mehr Blähungen führen.

Kirschkernkissen

Durch Wärme kannst du die Blähungen deines Babys erheblich lindern. Wärme sorgt für deutliche Entspannung der Bauchmuskulatur. Sehr empfehlenswert, wenn die Blähungen mit krampfartigen Bewegungen des Darms einhergehen. Aber bitte immer sehr vorsichtig: Nicht auf nackter Haut und nicht zu heiß!

Bauchmassage

Eine Massage wirkt wahre Wunder. Sie beruhigt und entspannt den Bauch deines Babys. Massiere den Bauch sanft mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn. So können sich die Gase im Darm viel leichter lösen. Zusätzlich kannst du eine Windsalbe oder ein Vier-Winde-Öl ausprobieren.

Was spricht gegen Koliken?

Eine Theorie von vielen Eltern ist, dass ihr Baby die Drei-Monats-Koliken hat. Da sie sich das langanhaltende Schreien ihres Kindes nicht anders vorstellen können. Aber Schreien zu einem bestimmten Zeitpunkt, wie z.B. das abendliche Schreien, haben oft wenig mit den Koliken zu tun. Oft sind es andere Ursachen als Blähungen. Blähungen sind meist nur eine Begleiterscheinung die durch das exzessive Schreien hervorgerufen werden, da die Babys dabei sehr viel Luft schlucken. Sollte das Kind unter Blähungen leiden, würde dies sich über den ganzen Tag bemerkbar machen.

Es gibt aber Merkmale die gegen Dreimonatskoliken sprechen:

  • Auftreten zu einer bestimmten Uhrzeit (Beschwerden wegen Blähungen würden sich genau wie die Mahlzeiten auch über den Tag verteilen.)
  • anhaltendes Schreien auch nachdem euer Baby pupst (denn das müsste für einen kurzen Moment Linderung verschaffen.)
  • euer Baby lässt sich durch andere Maßnahmen, die nichts mit den Blähungen zu tun haben, beruhigen
Schlagwörter: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.